Ein Schrank unter der Fensterbank mit geringer Tiefe ist eine typische Herausforderung in Altbauten oder Räumen mit hohen Fenstern. Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie die exakte Tiefe der Fensterbank ausmessen und bedenken, dass Sie mindestens fünf Zentimeter Abstand zur Heizung oder zum Fensterbrett selbst einplanen, um eine ungehinderte Luftzirkulation zu ermöglichen. Entscheiden Sie sich für einen Korpus aus stabiler 16-Millimeter-Spanplatte, den Sie direkt an der Wand und unter der Fensterbank verschrauben. Da die Tiefe oft nur 25 bis 30 Zentimeter beträgt, lohnen sich Auszüge mit Vollauszug oder hochklappbare Fronten, die mehr Zugänglichkeit bieten als klassische Türen. Für die schmalen Seitenteile empfiehlt es sich, diese um etwa zwei Zentimeter kürzer zu sägen als die Korpusbreite, damit Sie später eine saubere Sockelleiste oder eine schräge Abdeckung montieren können, die Staunässe von unten verhindert. Vergessen Sie nicht, an der Rückwand eine Aussparung für eventuelle Rohrleitungen oder Heizungsanschlüsse zu lassen, sonst lässt sich der Schrank nicht bündig an die Wand schieben.

Die eigentliche Konstruktion beginnt mit einem Rahmen aus vier Leisten, die Sie als Unterkonstruktion direkt unter die Fensterbank kleben und dübeln. Auf diesen Rahmen setzen Sie den Korpus, der idealerweise in zwei separate Module geteilt wird, falls die Fensterbank sehr breit ist und Sie die Teile durch die Wohnungstür transportieren müssen. Achten Sie darauf, dass die Frontblenden exakt auf Gehrung geschnitten werden, denn bei geringer Tiefe fällt jede Unregelmäßigkeit sofort ins Auge. Als Rückwand verwenden Sie keine dünne Hartfaserplatte, sondern eine 8-Millimeter-Sperrholzplatte, die Sie in Nuten einschieben – das verhindert ein Verziehen bei Temperaturschwankungen am Fenster. Für die Stauraumlösungen im Inneren eignen sich schmale Einschubregale aus Draht oder flache Kunststoffboxen, die Sie auf den Auszügen platzieren. Wenn Sie die Innenseiten mit heller Möbelfolie bekleben, wirkt der Schank optisch leichter und Sie sehen auch in der hintersten Ecke noch, was gelagert ist. Montieren Sie die Scharniere erst nach dem Einpassen des Korpus, da Sie so kleine Toleranzen beim Wandanschluss ausgleichen können.
Zum Schluss sollten Sie die Oberseite des Schranks nutzen, um einen zusätzlichen Ablagebereich zu schaffen, der über die eigentliche Fensterbank hinausragt. Setzen Sie dafür auf eine dünne Arbeitsplatte aus massivem Holz, die Sie mit einem wasserfesten Lack behandeln, da Kondenswasser an kalten Fenstern sonst Flecken hinterlässt. Befestigen Sie diese Platte mit unsichtbaren Zinkenverbindern am Korpus, sodass sie bei einem Umzug leicht demontierbar ist. Prüfen Sie nach dem Aufbau mit einer Wasserwaage, ob der Schrank im Lot steht, und justieren Sie die Füße nach – unebene Böden sind hier die häufigste Fehlerquelle. Falls Sie die Auszüge mit Dämpfern ausstatten, achten Sie darauf, dass die Einbautiefe der Beschläge nicht größer ist als die Schranktiefe, sonst schließen die Fronten nicht bündig. Ganz wichtig ist die Belüftung: Bohren Sie an der oberen Kante der Rückwand ein paar kleine Lüftungslöcher, damit Feuchtigkeit entweichen kann, und lassen Sie zwischen den Stauraumlösungen immer eine Handbreit Luft, um Schimmel an der kalten Außenwand zu vermeiden. https://pix-grafik.de/ diesen Maßen und Materialien erhalten Sie einen funktionalen, maßgeschneiderten Schrank, der selbst die schmalste Fensternische optimal nutzt.