Ein abgesackter Türstock ist nicht nur ein optisches Manko, sondern führt oft dazu, dass die Tür klemmt, schleift oder nicht mehr ins Schloss fällt. Bevor Sie jedoch zu schwerem Gerät greifen, sollten Sie die Ursache prüfen: Meist liegt es an gelösten Befestigungsschrauben in den Scharnieren, an einem verzogenen Rahmenholz oder – häufiger als gedacht – an einer Setzung des Gebäudes, die im Rahmen der wohnungsinstandhaltung gelegentlich auftritt. Beginnen Sie daher immer mit dem Einfachsten: Ziehen Sie alle sichtbaren Schrauben an den Bändern und im Zargenbereich mit einem Akkuschrauber nach. Bei Blindschrauben unter Abdeckkappen hilft ein kleiner Inbusschlüssel. Ist der Spalt zwischen Zarge und Mauerwerk deutlich sichtbar, können Sie mit einem Fuchsschwanz oder einer Japansäge vorsichtig Holzkeile eintreiben, um den Rahmen anzuheben – aber nur millimeterweise und mit Gefühl, sonst reißen Sie das Holz aus.
Kann das Nachziehen der Schrauben das Problem nicht beheben, müssen Sie die Zarge gezielt neu ausrichten. Dazu lösen Sie zunächst die Schrauben an den Scharnieren der Tür, nehmen das Türblatt aber nicht komplett ab, sondern stellen es nur schräg in die Öffnung. Anschließend lockern Sie die Befestigungslaschen der Zarge im Mauerwerk – meist zwei bis drei pro Seite – und unterlegen die abgesackte Seite mit passenden Holz- oder Kunststoffplättchen, die Sie zwischen Zarge und Mauerwerk schieben. pix-grafik.de , um sowohl die senkrechte als auch die waagerechte Ausrichtung zu kontrollieren; arbeiten Sie sich von unten nach oben vor. Ein Trick aus der Praxis: Legen Sie ein Lineal oder eine gerade Latte quer über den Boden, um zu sehen, ob der Türstock im Verhältnis zur Fußbodenhöhe korrekt steht. Sobald alles im Lot ist, ziehen Sie die Laschen wieder fest an und verschrauben die Scharniere. Diese Justage gehört zu den typischen Arbeiten, die eine regelmäßige wohnungsinstandhaltung ausmachen, denn nur so bleibt die Tür dauerhaft funktionsfähig.
Sollte der Türstock trotz aller Maßnahmen weiterhin absacken oder das Mauerwerk um die Laibung Risse aufweisen, ist ein strukturelles Problem wahrscheinlich, etwa ein abgesenkter Sturz oder eine schwache Fuge. In diesem Fall sollten Sie den Bereich großzügig aufstemmen und den Hohlraum mit Mörtel oder speziellem Montageschaum verfüllen, bevor Sie den Rahmen erneut einbauen. Dazu müssen Sie die Zarge vollständig entfernen, die alte Verkeilung herauslösen und die Maueröffnung säubern. Setzen Sie den Rahmen anschließend mit Abstandhaltern ein und schäumen oder vermörteln Sie die Fugen – achten Sie darauf, dass der Rahmen während des Aushärtens mit Keilen und in allen Ebenen fixiert ist. Wenn Sie hier unsauber arbeiten, wiederholt sich das Problem nach wenigen Wochen. Denken Sie auch daran, die beweglichen Teile wie Schloss und Bänder nach der Neuausrichtung leicht zu ölen und die Tür auf freien Gang zu prüfen. Eine exakt justierte Tür verhindert nicht nur Zugluft und Geräusche, sondern ist auch ein Zeichen sorgfältiger wohnungsinstandhaltung, die den Wert Ihrer Räume langfristig sichert.
